Digitalisierung: Jetzt Chancen nutzen und im Wettbewerb bestehen

Die Thüringer Wirtschaft ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl kleiner und mittlerer, hochinnovativer Unternehmen, die sich national wie auch international behaupten und sich sehr erfolgreich entwickelt haben. Risikobereitschaft und Engagement von Unternehmerinnen, Unternehmern und ihren qualifizierten Beschäftigten tragen dazu täglich bei.

Die kleinteilige Struktur der Unternehmenslandschaft ist Herausforderung und Chance zugleich. Zum einen ist die Sensibilisierung der vielen kleinen Unternehmen und die Digitalisierung der jeweiligen Arbeitsprozesse mit viel Arbeit verbunden. Andererseits ist die kleinteilige Struktur auch eine große Chance für Thüringen, da die Unternehmen aufgrund ihrer Größe flexibel sind und sich den Anforderungen der Digitalisierung schnell anpassen können. So beschäftigen über 90 Prozent der Thüringer Unternehmen weniger als 10 Mitarbeiter. Eingehende Großaufträge können unter Umständen nicht alleine abgewickelt werden und sind oft aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht realisierbar. Die Bedeutung der Digitalisierung und damit die Verbesserung und Optimierung von Geschäftsprozessen im Allgemeinen ist gerade hier besonders groß. Die Digitalisierung trägt wesentlich zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Thüringer Unternehmen bei.

Thüringer Strategie
Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft hat Ende 2016 die Eckpunkte der „Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft“ vorgestellt. Das Grundlagenpapier soll Ausgangspunkt für eine breite Diskussion mit allen politischen und wirtschaftlichen Akteuren über den künftigen Weg Thüringens in die digitale Gesellschaft sein. Bis zum Herbst 2017 soll auf diesem Weg eine Thüringer Digitalstrategie formuliert werden. Das Grundlagenpapier beruht auf einer Analyse von international und national erfolgreichen digitalen Strategien (z.B. Estland, Schweden oder Bayern) und insgesamt 70 Experteninterviews, führt vorhandene Ansätze zusammen, untersucht thüringenspezifische Digitalisierungspotentiale und leitet daraus die drei Leitthemen „Mittelstand 4.0“, „Digitale Landesentwicklung“ sowie „Bildung und Forschung digital“ ab. Zu jedem dieser Leitthemen werden erste exemplarische Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen vorgeschlagen.

So sollen sich die Aktivitäten im Bereich „Mittelstand 4.0“ auf die Handlungsfelder Digitalisierung des industriellen Mittelstands und des Handwerks, Zukunft der Arbeit und den Digitalen Tourismus fokussieren. Eines der konkret in der Umsetzung befindlichen Projekte ist das Modellprojekt „Digitale Innovationen / Digitale Plattformen“. Im Rahmen eines Wettbewerbsaufrufs zur Förderung von modellhaften Projekten in den Bereichen „Digitale Innovationen“ und „Digitale Plattformen“ wurden 2016 insgesamt neun Projekte ausgewählt, die mit der innovativen digitalen Lösungen der kooperativen Wertschöpfungsplattform dazu beitragen, betriebliche Abläufe oder die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen zu verbessern, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu steigern.

Die Projekte, für deren Umsetzung sich mehrere Unternehmen und Institutionen aus verschiedenen Branchen (Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistung) zusammenschlossen, haben eine Laufzeit von maximal zwei Jahren. Die Höhe der Förderung je Projekt liegt bei maximal 200.000 Euro. Die Projekte sollen die Digitalisierung erfahrbar machen und den Nutzen digitaler Technologien und Lösungen für die Wirtschaft vermitteln. Zugleich geht es darum, neue Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse zu entwickeln.

Digitale kooperative Wertschöpfungsplattformen nutzen
Mit Hilfe digitaler kooperativer Wertschöpfungsplattformen bekommen Unternehmen die Möglichkeit, Teile ihrer Wertschöpfungsprozesse mit den Wertschöpfungsprozessen anderer Unternehmen zu verknüpfen. Kann beispielsweise ein kleineres Unternehmen aufgrund Knappheit an Ressourcen oder fehlendem Know-how ein bestimmtes Projekt nicht alleine umsetzen, so besteht die Möglichkeit der Kooperation über digitale Plattformen.

Die Kleinteiligkeit insbesondere Thüringer Betriebe wird plötzlich zum Vorteil – digitale, projektbezogene, zeitlich begrenzte und freiwillige Kooperation kleinerer Unternehmen können zielführend sein. Durch einen solchen Zusammenschluss von Unternehmen und unternehmensübergreifenden Prozessen könnten mehrere kleine Unternehmen durch digitale und kooperative Wertschöpfung wie ein großes Unternehmen agieren. Aufgrund der Flexibilität kleiner Unternehmen können diese Teile ihrer Geschäftsprozesse schneller digitalisieren.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium schreibt die Förderung von digitalen Modellprojekten im Bereich der Wirtschaft nun zum zweiten Mal aus. Bis zum 26. Mai 2017 werden Konzepte für innovative digitale Lösungen gesucht, die es kooperierenden Unternehmen ermöglichen, Informationen sicher und vertrauensvoll über digitale Plattformen und IT-Produkte auszutauschen. Aus den eingereichten Konzepten werden bis zum 16. Juni die besten ausgewählt und in das förmliche Antragsverfahren zur Förderung überführt. Ende September 2017 fällt die Entscheidung über die Projekte, die gefördert werden.

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