Erfahrungsaustausch zur Implementierung von BIM

Das Thüringer Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0 und die Ingenieurkammer Thürngen luden für den 12. Oktober 2016 zu einem ersten BIM-Frühstück ein.

Dieses Format soll sowohl für an BIM interessierte als auch bereits BIM-aktive Ingenieure eine Plattform für einen offenen Gedanken- und Erfahrungsaustausch sein.

In vielen Ingenieurbüros ist im Bereich der Digitalisierung insbesondere das Thema BIM (Building Information Modeling) von Bedeutung. Die erfolgreiche und zukunftsorientierte Anwendung dieser Methodik setzt strategisch ausgerichtete Prozessanpassungen voraus. Zur Auftaktveranstaltung lud die HKL Ingenieurgesellschaft mbH in ihr Büro in Stotternheim ein. Nach einer Vorstellungsrunde stellten sie den Gästen ihren BIM-Einführungsprozess vor. Besonderen Wert legte die HKL Ingenieurgesellschaft hierbei auf die Einbeziehung aller Mitarbeiter von Beginn an.

Im Mittelpunkt stand die Kompetenzerweiterung und Schulung zu den Softwaremodulen, welche für die Gebäudedatenmodellierung in 3D erforderlich sind. Um die Bedarfe für den Einführungsprozess ermitteln zu können, bediente sich das Team der SWOT-Analyse. Hiermit konnten Stärken und  Schwächen bezüglich vorhandener Kompetenzen und Ausstattung ermittelt sowie Chancen und Risiken, die die Implementierung des Werkzeugs BIM mit sich bringt, abgeleitet werden. Derzeit bearbeiten die Mitarbeiter des Ingenieurbüros ein Pilotprojekt. Über die Erfahrungen mit der BIM-Einführung sowie zu den Vorteilen und Mehrwerten, aber auch die Problemen, Herausforderungen, Herangehensweisen und Hürden dieser tauschten sich die Teilnehmer der Veranstaltung im Anschluss aus.

Die Planungsmethode BIM birgt durchaus Hürden, die es für die Anwender zu überwinden gilt. Zunächst ist das Aufbringen von Zeit und finanziellen Mitteln notwendig, um sich in die neue Methode einarbeiten zu können. Des Weiteren sind Schnittstellenproblematiken aufgrund von fehlenden Standards nicht gänzlich auszuschließen. Dem jedoch steht ein enormer Mehrwert entgegen, die die Methode verspricht, ist sie erst einmal  in die Prozessabläufe integriert.  BIM fordert und fördert die Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten und ermöglicht eine strategische Projektvorbereitung sowie ausführliche Planung der Planung. Durch die übergreifende Zusammenarbeit verbessert sich die Kommunikation und Koordination in Entscheidungs- und Planungsprozessen, die redundante Datenhaltung verbessert die Datenqualität und eine klare Leistungsabgrenzung zwischen Fachbereichen wird ermöglicht. Ein enormer Vorteil ist die Kollisionsprüfung.

Die Planung mit BIM stellt eine Methode dar, bei der sämtliche Prozesse und Dokumente in dreidimensionalen Fachmodellen gehalten werden. Durch die Zusammenführung dieser in ein Gesamtmodell können wesentlich früher Planungsfehler und weitere Unstimmigkeiten erkannt und behoben werden, so dass während der Bauausführung weniger bis keine zusätzliche Kollisionen mehr entstehen. Planungsfehler, die so während der Kollisionsprüfung gefunden werden, verursachen weit weniger Kosten zur Behebung, als wenn diese erst beim Bau aufgedeckt werden. Hierbei sind wirkliche Kosteneinsparungen zu erzielen.

Neben der Analyse des eigenen Büros wurde die Bedeutung von fachspezifischen Informationsveranstaltungen herausgearbeitet, welche sowohl von anerkannten Weiterbildungseinrichtungen sowie von Verbänden und Kammern, wie auch der Ingenieurkammer Thüringen, angeboten werden.

Erfahrungen aus einem BIM-Pilotprojekt konnte Martin Werner von der hks Architekten + Gesamtplaner GmbH & Co. KG beitragen. Gebäude werden zunehmend komplexer, was die 3D-Planung zunehmend notwendig macht, lautete der Tenor der Gesprächsrunde.

Ein wesentliches Element der Gebäudedatenmodellierung ist die Kommunikation mit den Projektpartnern. So solle auch die Kommunikation in Form eines gegenseitigen Austauschs von Erfahrungen, Problemen und Lösungen das Building Information Modelling für Thüringer Ingenieure greifbar machen.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass das Format des BIM-Frühstücks besonders geeignet ist, sich unter Kollegen, mit dem gemeinsamen Ziel der erfolgreichen Implementierung des modernen Werkzeugs BIM, zum Thema auszutauschen, zu netzwerken und gegebenenfalls auch gemeinsame Projekte zu erarbeiten. Angestrebt wird die Wiederholung des BIM-Frühstücks im ersten Quartal 2017.

Caroline Illhardt